9.01.2006
9.16.2005
Umzug
Der Dwarslöper ist umgezogen.
Es ist wie immer im Leben. Irgendwann werden die vier Wände zu eng, zu klein. Für den Anfang ganz passabel. Aber irgendwann will man mehr. Wird anspruchsvoller. Sucht sich eine neue Bleibe.
So geht es auch dem Dwarslöper. Er ist umgezogen. Mit allen seinen sieben Sachen. Der Umzug hat sich etwas langwierig gestaltet. Wer lässt schon gern etwas liebgewonnenes zurück?
Guck doch mal inn......
Im neuen Heim finden sich alte Bekannte wieder ein. Onkel Jorsche und Reinhold mit seinem groovenden Berg haben eigene Zimmer bekommen. Und auch sonst ist alles größer, übersichtlicher.
Dem Dwarslöper gefällt's. Und doch fällt es ihm schwer, hier Abschied zu nehmen.
Dem alten Haus droht nicht der Abriss. Es bleibt weiterhin stehen. Aus Nostalgiegründen.
9.14.2005
Onkel Jorsche 5
Lieber Onkel Jorsche,
ich schreib dir heute mal, weil ich so traurig bin. In Fernsehn hab ich gesehen, wie du in Nuorlins warst. Und wie die Leute sich gefreut haben, das du gekommen bist. Die hatten so schöne neue Hemden an, nur weil du sie besuchst hast. Hamse sich geliehen, wo se doch sonst nix mehr haben.
Aber ich bin wieso traurig. Mami sagt, alle anderen Leute, außer die mit den neuen Hemden, sind ganz sauer auf dich. Du kannst ja garnix dafür mit diesen Harriken. Mit son blöden Namen auch noch. Katrina oder so. Was sind die Leute auch so blöd und bleiben einfach da. Hätten se ja weggehn können.
Das hamse nun davon, wenn se nicht auf dich hören. Wenn du sagst, die solln was machen, und die machen das dann nicht, sind se so doch selbst in schuld. Wie der Onkel Saddam. Der ist das auch selbst in Schuld.
Dabei hab ich ja gesehen, wie traurig du warst. Und dann war ich auch traurig. Weil ich dich ja so lieb hab. Da kannste doch garnix für. Wenn der Harriken alles kaputt macht. Sieht jetzt aus wie da in dem Land, wo ihr drin seid, sagt Mami. Mami ist aber manchmal ganz schön dumm. Das war nämlich garnicht der Harriken. Nee, das warn Soldaten von dir. Die sind nicht so schlimm wie die Katrina. Die wollen ja auch den Menschen nur helfen.
Du brauchst dir aber keine Sorgen machen. In den Land musste das nicht wieder aufbauen. Nur in Nuorlins. Weil das bei euch ist. Nicht in das andere Land.
Ich find das auch ganz toll mit dieser Bombe. Diese grosse, die auch schon in Japan war. Dann brauchste auch garkeine Angst mehr zu haben vor den bösen Onkels. Nee, die haben dann Angst vor dir. Und dann tun die dir nix. Weil du ja gleich diese große Bombe nimmst. Und dann schmeißte die einfach auf die drauf. Oder du schickst noch mal Tante Condi dahin zu denen. Dann haben die auch Schiss.
Ich bin wirklich froh, dass es dich gibt. Da brauch ich nämlich auch keine Angst mehr zu haben. Mami sagt, das weisse noch nicht so genau. Versteh ich nicht. Muss ich Mami noch mal fragen.
Lieber Onkel Jorsche, du musst aber jetzt auch aufpassen. Da kommt schon wieder son Harriken oder so. Vielleicht macht der auch wieder alles kaputt. Den hat bestimmt der Onkel Osama geschickt. Kannste dem nicht auch mal sone Bombe auf den Kopf schmeissen. Nee, nicht den Harriken. Dem Onkel. Der ist ja auch in diesem anderen Land, das auch sone Bombe hat. Aber die dürfen die nicht schmeissen. Das darfst du nur. Weil du viel stärker bist als alle anderen. Das find ich auch toll.
Kannste mir nicht doch mal schreiben? Aber wennse keine Zeit hast, ist auch nicht schlimm. Ich habe dich trotzdem lieb.
Bald schreib ich dir wieder. Geh jetzt raus. Vielleicht find ich draussen einen, der so komisch guckt. Den hau ich dann eine.
Bis bald
Dein Hannes
9.13.2005
Geht wählen
Es ist zum Haare raufen. Da habe ich bereits vor Wochen Brief gewählt. Halbherzig mein Kreuz an der gewohnten Stelle gemacht. Und nun das.
Ein Streifen am Horizont, ein Licht am Ende des Tunnels. Deutschlands Hoffnung. Und ich kann diese Partei nicht mehr wählen.
Es ist zum Haare raufen. Ich appelliere an alle, die ihre Stimme noch nicht abgegeben haben.
9.04.2005
On Tour
Das Duell
9.02.2005
Tritin muss zurücktreten, jawoll
Danke, Graf Lambsdorf.
Das ist ja eine ganz tolle Idee, die sie da haben. Herr Tritin hat
die amerikanische Regierung bezüglich des Klimaschutzes kritisiert. Sowas aber auch.
Ist ihr Ausfall, SPon unter 08.39 Uhr, in Bezug auf Jürgen Tritin, über dessen Ansichten sich vortrefflich streiten lässt, schon Anfang einer beginnenden Altersdemenz?
Dann dürfte ihnen der Artikel auf Spiegel Online auch ganz besonders gefallen.
Allen anderen empfehle ich Medienrauschen zu diesem Thema.
Nicht zu fassen
Die Bilder aus USA sind kaum zu glauben. Die beste, größte und reichste Nation der Welt ist nicht in der Lage, ihren Bürgern zu helfen. Kein Trinkwasser, nichts zu essen. Keine provisorischen Zeltlager, nichts. Nur Bilder von Soldaten respektive Heimatschutz mit Gewehren im Anschlag. He, Boys, ihr seid nicht im Irak. Es sind eure Leute.
Herr Bush bricht endlich, nach drei Tagen, seinen Urlaub ab. Dann wird heute eine Ein-Mann-Show vor ausgesuchtem Publikum und Presse inszeniert. Hat er wirklich mit den betroffenen Menschen gesprochen? Oder hatte er Angst, sich in die Hölle des Löwen zu begeben?
Wie ist so etwas möglich? Diese Katastrophe kam nicht ohne Vorwarnung wie der Tsunami. Die Menschen damals hatten keine Zeit, sich darauf vorzubereiten. Die Regierung auch nicht.
Es wird schon nicht so schlimmen werden, so hätten sie gedacht, sagte heute ein Armeesprecher. Ein solches Ereignis wie der Dammbruch träfe mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,5 % nur alle 200 Jahre ein. Tja, Jungs, Irrtum. Die 0,5 % waren entscheidend. Ihr und eine Wahrscheinlichkeitsrechnung.
Ihr habt doch schon so oft daneben gelegen, ihr und euer fantastische Präsident, der sein dümmliches Grinsen immer noch nicht aus dem Gesicht bekommt. Ihr seid hier nicht in Hollywood, das ist Realität. Und die Dinge entwickeln sich anders, als das Drehbuch es vorschreibt.
Wann begreift ihr das endlich. Ich bin wütend, maßlos wütend.




